Der boomende Szene virtueller Casinos wird von vielen Gamern gefeiert. Jedoch hat die Möglichkeit, immer und überall dem Glücksspiel nachzugehen auch Schattenseiten. Wie jetzt bekannt wurde, zweigte ein Buchhalter in einer saarländischen Verlagsgesellschaft mehr als neun Jahre lang Gelder von der Firma ab und leitete sie auf sein eigenes Konto. Die Rede ist von etwa 1,4 Millionen Euro in den Jahren 2012 bis 2017. Vermutlich hat der Betrug schon früher begonnen, doch die länger zurückliegenden Fälle sind bereits verjährt. Der Mann gibt an, das Geld für die Finanzierung seiner Spielsucht gebraucht zu haben, die er in virtuellen Casinos ausgelebt hat. Weitgehende Anonymität der Spieler sowie die Möglichkeit, in schwer nachzuvollziehender Weise Spielguthaben aufzuladen, leisten hier der Entstehung einer Sucht sicher Vorschub.

Buchhalter begeht Betrug in Millionenhöhe

Viele Casinobetreiber und auch Informationsplattformen zum Thema virtuelles Glücksspiel sind für die Suchtgefahr sensibilisiert und betreiben so gut es geht Vorsorge. Sie weisen auf Hilfsangebote für Betroffene hin und auch darauf, welche Warnzeichen den Spieler alarmieren sollten. Wer sich auf casinoonline.com.de informiert, findet neben den Top-Casinoangeboten ganz unten auf der Startseite ausführliche Hinweise zum Thema Spielsucht und worauf man bei verantwortungsvollem Spielen achten sollte. Leider ist die Entstehung einer Spielsucht noch schleichender und schwerer zu bemerken als die nach chemischen Substanzen. Sollte der straffällige Buchhalter per Gutachten wirklich als spielsüchtig anerkannt werden, wird dies seine Strafe bis zur Schuldunfähigkeit mildern. Inzwischen ist in schweren Fällen auch die Spielsucht als seelische Störung anerkannt.

„Ich will spielen“ vs. „Ich muss spielen“

Grundsätzlich funktioniert eine Spielsucht ganz ähnlich wie andere Suchtformen auch. Das Belohnungszentrum im Gehirn wird bei Gewinnen massiv stimuliert, es kommt zum „Kick“, wie der Endorphinausstoss auch genannt wird. Man kann sagen, eigentlich ist der Spielsüchtige nach diesen Endorphinen süchtig, die aber eben durch das Spielen ausgeschüttet werden. Mit der Zeit braucht es den „Kick“ immer häufiger oder stärker, dass es zu einer befriedigenden, neurophysiologischen Reaktion kommt. Wann hier die Sucht als solche einsetzt, ist immer noch Gegenstand von Diskussionen. Im Gegensatz zu chemischen Substanzen erzeugt die Spielsucht nicht unbedingt offensichtliche körperliche Folgeerscheinungen, was natürlich den Nachweis per Bluttest unmöglich macht. Wichtige Hinweise sind zum Beispiel das Gefühl, spielen zu müssen oder die Überzeugung, dass Spielen seelisches Unwohlsein beseitigt. Ebenso Rückzug von Freunden und Familie, Stimmungsschwankungen, und wenn in kurzer Zeit sehr viel Geld geborgt wird.

Fazit

Nicht zuletzt die Bewertung der Frage ob der saarländische Buchhalter bereits als süchtig im pathologischen Sinne gilt oder nicht, wird über dessen weitere Zukunft entscheiden. Gegenwärtig laufen Ermittlungen auch in die Vermögenslage, inwiefern er das Geld erstatten kann. Es scheint, als wären die Gelder tatsächlich verspielt, denn der Mann scheint über kein nennenswertes vermögen zu verfügen. Es wurde Untersuchungshaft angeordnet, da Fluchtgefahr besteht. Er ist mit einer Kubanerin verheiratet und bei der Durchsuchung seiner Räume wurden Flugtickets nach Kuba gefunden, nachvollziehbar, da er dort Familie hat. Um jedoch zu verhindern, dass er sich dauerhaft absetzt, wurde der Buchhalter vorläufig festgenommen. In einem früheren Verfahren in dem es um einen anderen Betrugsfall des Mannes ging, wurde das Plädoyer auf Spielsucht abgewiesen.

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