Noch im vergangenen Jahr hatten viele große Hersteller, unter ihnen auch Electronic Arts, Activision, Disney Interactive sowie Wargaming vorab angekündigt, an der Messe nicht teilnehmen zu wollen, da die Entwickler ihre Neuheiten gerne einem breiteren Publikum präsentieren möchten und nicht nur der Fachwelt. Dies ist sicherlich der Hauptgrund, warum zur Messe in Los Angeles im Sonnenstaat Kalifornien in diesem Jahr auch 150.000 Konsumenten Zugang erhalten. Messebetreiber und Hersteller erhoffen sich so eine bessere Präsenz, Resonanz und Öffentlichkeits-Wirkung. Zwar haben die Endkunden keinen Zugang zu Pressekonferenzen, können sich aber in den Hallen frei bewegen und alle Messestände besuchen. Der Preis für eine Karte war selbst im Vorverkauf mit 150$ bereits recht hoch, sodass sicherlich nicht jeder Gamer mit dem Gedanken spielte, die Messe zu besuchen. Was von der Messe überhaupt erwartet werden kann, welche Neuerungen in der Gaming Branche bevorstehen und ob sich ein Besuch der Messe vom 13. bis 15. Juni für den Otto-Normal-Zocker überhaupt lohnt, wird im folgenden Beitrag etwas näher beleuchtet.

Los Angeles - E3 2017

Quelle: Pixabay

Sind noch Tickets zu haben?

Die Early Bird Tickets sind lange vergriffen. Reguläre Tickets sind aber auf der offiziellen Seite der E3 noch zu haben und können für 249 $ erworben werden. Dafür erhält der Besucher drei Tage Zugang. Ob sich für einen europäischen Zocker der Besuch wirklich lohnt, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. In jedem Falle kommen zu den teuren Tickets noch teurere Anreise- und Übernachtungskosten auf Sie zu.

Werden neue Technologien erwartet?

Bahnbrechende Neuerungen sind im Rahmen der 2017er E3 nicht zu erwarten. Die Hersteller loten erst einmal aus, wie sich der Virtual Reality Trend weiter vermarkten und massentauglich machen lässt. Nach und nach kommen immer mehr Endkunden in den VR-Genuss und neben mehr oder weniger kurzweiligen Ballerspielen gibt es auch eine zunehmende Zahl an kreativen und interessanten Inhalten verschiedener Entwickler. So können Sie dank Titans of Space 2.0 mittlerweile ganze Reisen durch das Universum in virtueller Umgebung auf dem Smartphone oder am PC vornehmen. Auch im Bereich der Browser und Kasino-Spiele wird VR an Bedeutung gewinnen. So entwickelt Microgaming ein Roulettespiel in virtueller Umgebung. Auf den großen Casinoseiten werden Sie zukünftig in voller virtueller Umgebung in das Spielgeschehen eintauchen können. Dies wäre insbesondere im Falle des Online-Casino Anbieters Betway eine logische Weiterentwicklung der bereits jetzt spielbaren HD-Live-Spiele mit echten Groupiers und Gebern. Kürzlich berichteten wir über Glücksspielautomaten, die sich verschiedenen Themen widmen. Auch für diese speziellen Slotmachines könnte der Faktor VR in Zukunft eine große Rolle spielen.

Auch hinsichtlich der Hardware werden im VR-Bereich weitere interessante Entwicklungsschritte erwartet. So verbessert beispielsweise Oculus Rift mit dem 1.13er Update das Tracking noch weiter, damit das Gefühl in der virtuellen Umgebung noch besser und realer wird. Das Potenzial der Technologie ist riesig und ist zu erwarten, dass viele Hersteller mit Neuerungen und Verbesserungen in diesem Bereich präsent sein werden.

Was machen die drei großen?

Mit den drei großen sind Microsoft, Sony und Nintendo gemeint, von denen im Rahmen der Messe einiges erwartet wird. Von Microsoft ist bereits bekannt, dass die Enthüllung der neuen Konsolengeneration Xbox Scorpio am 11. Juni in der eigenen Pressekonferenz erfolgen soll. Die Spielewelt blickt gebannt auf die neue Konsole, die im Dezember erscheinen soll und der Prototyp könnte sich auf der E3 zum echten Highlight erweisen.

Sony wird auf der Messe neue Spielehighlights für seine Konsole präsentieren und auch hier werden einige Neuerungen im VR-Bereich erwartet, denn das Haupt-Pulver hat Sony mit den Releases der Slim und Pro Variante der Konsole bereits verschossen, weshalb große Hardware-Neuerungen auch hier unwahrscheinlich ist. Insbesondere auf die Spiele Highlights God of War und Death Stranding wartet die Fachwelt gebannt und es ist wahrscheinlich, dass auf der E3 neue Enthüllungen erfolgen werden.

Für Nintendo wird die E3 sehr wichtig sein, da gerade erst die neue Switch auf den Markt gekommen ist. Der Hype will also noch weiter angefeuert werden. Nintendo hat für die E3 ein riesiges Areal angemietet und vermutlich wird auch Nintendo in diesem Jahr darauf verzichten, eine Pressekonferenz im Stile der Konkurrenz abzuhalten. Vielmehr ist zu erwarten, dass der neue Zelda-Titel promotet wird und insbesondere das neue Mario Odyssey Hauptthema des Konzerns sein wird, denn der Titel soll im Winter 2017 erscheinen. Ob es hardwareseitig Neuerungen geben wird, steht in den Sternen, es wird allerdings gemunkelt, es könnte eine offizielle Ankündigung der Super Nintendo Classic Mini bevorstehen, die die logische Ergänzung zum NES Classic Mini ist.

Wohin geht die Reise der E3 und lohnt sich die eigene Anreise?

Neben der Tatsache, dass sich eine Reise nach Los Angeles eigentlich immer lohnt, steht eines fest: auf der E3 werden innerhalb kürzerer Zeitspannen immer weniger Neuerungen für tendenziell weniger Besucher präsentiert. Dies zeigte sich anhand der gesunkenen Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren. Wie sich dies im Rahmen der Öffnung für Privatleute entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Generell darf man nicht vergessen, dass die E3 schon lange kein Spiegelbild der Spielebranche von heute ist. Denn mobile Spiele für Smartphones, Free2Play Titel oder auch Browser- und Casinospiele-Anbieter finden auf der Messe nicht statt, obwohl sie einen Großteil des Marktes ausmachen. Die E3 ist eher als Präsentation der neuesten PC- und Konsolenspiele und Hardwareentwicklungen der großen Hersteller zu verstehen. Da dieser Markt schrumpft, verringert sich die Zahl der Hersteller kontinuierlich mit.

Aufgrund dessen wird es für den normalen Gamer Zuhause kaum lohnenswert sein, die weite Reise auf sich zu nehmen, insbesondere da – neben der Xbox Scorpio – keine bahnbrechenden Hardware-Neuerungen erwartet werden. Ein Blick auf einen Livestream von der Messe lohnt sich aber allemal und da es ohnehin einen Trend hin zu Videopräsentationen statt spielbarer Livedemos gibt, wird das Zuschauen per Stream doppelt interessant. Bleibt zu hoffen, dass es 2017 mehr Spielbares und Interaktives zu erleben gibt, als es noch 2016 der Fall war.

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