Die Zeiten, in denen Computerspiele pickeligen Nerds vorbehalten waren, sind schon lange vorbei. Längst ist der Zeitvertreib bei Erwachsenen jeden Alters angelangt. Und auch die öffentliche Wahrnehmung hat sich gewandelt. Früher wurde eine Verdummung der Jugend befürchtet, oder die Medien beschworen Computerspiele als Ursache für Gewaltexzesse. Heute werden eSports-Turniere live im Fernsehen übertragen, die Teams werden von Unternehmen wie Audi oder Redbull gesponsert. Ein anderer Wandel vollzieht sich aber eher  im Hintergrund: Langsam aber stetig ist der Anteil an Frauen unter den Gamern angewachsen. Eine Umfrage fand 2016 sogar, dass mit 51% etwas mehr Frauen als Männer in Deutschland Videospiele nutzen. Dennoch werden Videospiele nach wie vor als eine Männerdomäne wahrgenommen. Hinter den Kulissen könnte sich aber eine kleine Revolution anbahnen.

Lady Gamers: nicht nur Candy Crush und Farmville

Für welche Art von Spielen interessieren sich Frauen? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Während einige Genres wie Puzzle-Spiele oder Farmsimulatoren tatsächlich eine weiblich dominierte Nutzerschaft haben, gibt es auch einige Gamerinnen, die lieber vermeintliche „Männerspiele“, wie Ego-Shooter, Casino- oder Racing-Games zocken. Wer seine Liebste also zum Geburtstag mit einem Cherry Casino bonus code überrascht, könnte damit voll ins Schwarze treffen. Umstritten ist unter Forschern übrigens, ob Frauen von selbst eher gewaltfreie Spiele bevorzugen, oder ob Geschlechterstereotypen die Spielewahl entscheidend beeinflussen.

Frauenbild in Videospielen

Auch das Frauenbild, das in Computerspielen mit männlicher Zielgruppe oft zu finden ist, dürfte seinen Beitrag leisten. Übertriebene Sexualisierung, unrealistische Körpermaße und überholte Rollenbilder – kein Wunder, wenn Frauen da eher mit den Augen rollen als zum Joystick zu greifen. Auch der Mangel an spielbaren weiblichen Figuren stellt ein Problem dar. Doch hier hat die Industrie bereits reagiert: Langsam nimmt die Diversität der spielbaren Charaktere zu, so dass auch die traditionell unterrepräsentierten Frauen immer öfter als Heldinnen auf dem Bildschirm zu sehen sind. Diese Entwicklung wird sich sicher fortsetzen.

Frauen und eSports

Viel zu tun gibt es noch im eSports. Dort treten Frauen bisher in den klassischen Ligen nur selten in Erscheinung. Für einige Spiele, wie Counter-Strike oder Dead or Alive 4, werden zwar auch reine Damenturniere ausgerichtet. Gemischte Teams in den wichtigsten Ligen sind allerdings weiterhin eine Seltenheit. Es gibt aber auch Beispiele, die auf mehr Anerkennung für professionelle Gamerinnen hoffen lassen. 2015 wurde Kayla „Squizzy“ Squires die erste professionelle Call of Duty-Spielerin. Und die eSports-Organisation Team Secret hat seit 2016 eine komplett weibliche CS:GO-Mannschaft in ihrer Aufstellung.

Frauen in der Spieleentwicklung

Das größte Potential für Veränderungen gibt es wohl bei den Spieleherstellern selbst. Je nach Land sind heute nur etwa 10% der Spieleentwickler weiblich. Im Vergleich zu den 1980er Jahren, wo diese Zahl bei etwa 3% lag, ein Fortschritt. Dennoch bleibt noch viel zu tun, bis die demographische Veränderung der Gamer-Community bei den Entwicklerfirmen ankommt. Wenn es soweit ist, dürften die Auswirkungen beträchtlich sein. Dann würde es endlich Spiele geben, die von weiblichen Teams für eine weibliche Zielgruppe entwickelt werden. Oder von gemischten Teams für Spieler jeden Geschlechts. Vieles von dem, was heute in der Spielebranche gilt, dürfte dann anders aussehen.

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