Mal ein bisschen was zu meinem zweitliebsten Hobby, dem Gaming oder eSport: In den vergangenen Jahren hat sich der Begriff des eSports eingebürgert und etabliert. Aber eigentlich handelt es sich hier ja um interaktives Computerspielen. Hat es der eSports also verdient, sich als Sport zu bezeichnen? Viele sind immer noch der Meinung es handelt sich nicht um richtigen Sport, da man ja schließlich „nur“ vor einem Bildschirm sitzt und über Maus und Tastatur virtuelle Figuren steuert, die sich letztendlich viel mehr bewegen als der Spieler selbst.

Gaming = Sport

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Was Vermarktung und Popularität angeht, hat der eSports längst aufgeschlossen zu den erfolgreichen „richtigen“ Sportarten. Ich bin immer wieder überrascht, dass der eSports sich sogar im Livebereich zu einem spektakulären Event gemausert hat. Gerade wenn die besten Spieler und Teams in Spielen wie Dota2, Counter Strike oder League of Legends gegeneinander antreten, sind die großen Arenen bis auf den letzten Platz gefüllt (So auch neulich in Berlin die O2-Arena). Der Großteil der Zuschauer klickt sich aber natürlich online ein. Unglaubliche 334 Millionen Zuschauer haben im Jahr 2015 die League of Legends World Championships verfolgt. Auch Wettanbieter wie beispielsweise bet365 tragen diesem Trend Rechnung und bieten deshalb viele der großen eSports-Events mit eigenen Wettquoten und Wettnews an.

eSports ist mehr als Rumsitzen und Daddeln

Aber Popularität und Wirtschaftskraft sind nun wirklich keine Indikatoren dafür, ob man etwas als Sportart bezeichnen kann oder nicht. Ist eSports also nichts als faules Rumsitzen und ein bisschen Rumklickerei? Für die meisten Leute, die einfach nur hobbymäßig ein bisschen vor sich herdaddeln, mag diese vielleicht zutreffen, aber den Profis und Cracks würde man damit Unrecht tun. Sie trainieren hart für ihre Erfolge; und sowohl ihr Gehirn als auch ihre Finger und Hände leisten Außergewöhnliches. Gerade wenn man koreanischen Spielern bei wichtigen Star Craft Matches zusieht, gerät man selbst als Spieler manchmal ins Staunen. Eine solche Finger- und Reaktionsfähigkeit wünschen sich nicht wenige Piano- oder Fußballspieler.

Viele Sportwissenschaftler akzeptieren eSports als Sport

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat dem eSports die offizielle Anerkennung als Sportart verweigert, weil bei den Teilnehmern keine eigenmotorischen Aktivitäten zu erkennen sind. Von außen betrachtet bewegen sich die eSportler natürlich nicht wirklich; vielleicht ist dies zu vergleichen mit Schach. So gesehen ist der Unterschied zu Sportarten wie Fußball, Basketball oder Eishockey natürlich enorm, und die Entscheidung des DSOB somit nachvollziehbar. Wenn man sich aber die mentalen und kognitiven Fähigkeiten, wie Reaktionsschnelligkeit, taktisches Verständnis oder Antizipation anschaut, so gibt es hier erstaunliche Ähnlichkeiten zu vielen anderen Sportarten. Die besten eSportler schaffen kaum zu glaubende 200-400 Aktionen (Befehlseingabe per Maus oder Tastatur) pro Minute. Aus diesem Grund betrachten auch viele Sportwissenschaftler eSports durchaus als echte Sportart.

Um eine solch außergewöhnliche Leistung abrufen zu können, muss man natürlich hart trainieren. Die Anforderungen an den eSportler beschränken sich bei Weitem nicht mehr nur auf die paar Stunden während eines Wettkampfes oder Turniers. Das Training und die Vorbereitung spielen hier eine immer wichtige Rolle. Die besten Spieler und Teams leben sogar teilweise in einer Art Haus-WG zusammen, um ideale Trainingsbedingungen vorzufinden. Bei der Vorbereitung holen sich viele Profis inzwischen auch Hilfe von Sportwissenschaftlern, um allgemeine gültige Prinzipien und Methoden auch beim eSports anzuwenden. Wenn man zu den besten eSportlern der Welt gehören möchte, sollte man nicht nur die Spiele beherrschen, sondern auch darauf achten, dass sowohl der Körper als auch Psyche und Geist gut ausgebildet und auf die nicht zu unterschätzenden Belastungen vorbereitet sind.

Wie seht ihr das? eSports = Sport oder Sport = Mord? Schreibts mir in die Kommentare. Ich freu mich drauf.

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