Wonder Woman hat es endlich geschafft: Nach drei vergeblichen Anläufen, von 1995 bis 2005, eine Solo-Verfilmung auf die Beine zu stellen, kommt der Superheldinnen-Streifen tatsächlich noch in diesem Jahr in die Kinos! Die Amazonenprinzessin blickt auf eine lange Daseinsgeschichte zurück, die im Jahr 1941 ihren Anfang nahm.

Quelle: Wikipedia

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Aber erst noch einmal zurück zum Kinofilm, der die schillernde Figur des DC-Universums in den Mittelpunkt stellt. Wonder Womans ursprünglicher Name lautet Diana Prince, verkörpert wird sie von dem israelischen Model Gal Gadot. Den Krieg kennt die schöne Amazone bereits von ihrer heimatlichen Insel, einem reinen Frauenreich, das ganz ohne Männer auskommt. Als der US-Pilot Steve Trevor auf der sagenumwobenen Insel strandet, entspinnt sich zwischen den beiden eine Liebesbeziehung – und Diana erfährt von den blutrünstigen Kriegen rund um den Erdball. Sie beschließt daraufhin, als Wonder Woman das Unrecht zu bekämpfen und folgt deshalb Steve in die Welt der Menschen. Diane kann fliegen, sie besitzt übermenschliche Körperkräfte und bewegt sich, wenn sie will, rasend schnell. Als magisches Artefakt trägt sie stets das Lasso der Wahrheit bei sich, das jeden, den sie damit einfängt, zwingt, nichts als die Wahrheit zu sagen. Die Handlung soll sich sowohl auf der Amazonen-Insel als auch in der Menschenwelt abspielen, sodass einige interessante Parallelen entstehen dürften. Der mechanisierte Krieg der Menschen sprengt allerdings jede Dimension, die Diana bislang kannte; doch ihr fester Glaube an die Liebe kann nichts erschüttern.

 

Als erste Superheldin des DC-Verlags blickt Wonder Woman auf eine lange, äußerst bewegte Geschichte zurück. Dianas Geburt fand im Jahr 1941 statt, in einer Zeit, als die digitale Welt noch reine Utopie war. Und doch hat die Powerfrau heute ihren Weg bis in die virtuelle Unterhaltungsindustrie gefunden, so nutzt die Casino-Industrie entsprechende Visualisierungen schon lange für ihre Slot-Machines. Davon konnten ihre Schöpfer William Moulton Marston und Elizabeth Holloway Marston damals natürlich nicht einmal träumen – und das ist nur der Anfang einer riesigen Merchandise-Industrie. Bei William Marston handelte es sich allerdings nicht um einen originären Comiczeichner, sondern um einen feministischen Psychologen, der sich an der ausschließlich von Männern bevölkerten Superheldenwelt störte.

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Source: Wikimedia

Seine persönliche Heldin sollte sprühenden weiblichen Charme mit den Kräften Supermans vereinen, er stellte sich eine schwarzhaarige Amazonenprinzessin mit roter Corsage, einer goldenen Tiara und blauem Minirock vor. Die weißen Sterne des Rocks sollten natürlich an die amerikanische Nationalflagge erinnern, denn der Patriotismus lag den Amis schließlich schon damals im Blut. Da das Motto »kein Superheld ohne Achillesferse« auch für die weiblichen Vertreter der übermächtigen Spezies gelten sollte, musste Wonder Woman eine markante Schwäche besitzen. Die liegt in ihren silbernen Armbändern, mit denen sie Geschosse aller Art abwehrt. Wenn ein Mann die schöne Kämpferin damit fesselt, dann ist sie gebunden und kann sich nicht mehr wehren.

Von Beginn an lagen Zweifel in der Luft, ob die meist männlichen Comicleser diese zwar erotische, aber ungewöhnlich starke, emanzipierte Frau wirklich akzeptieren würden. Marston jedoch glaubte an seine Schöpfung und behielt Recht: Die Verkaufszahlen der neuen Comic-Reihe fielen überraschend gut aus, die Welt schien nur auf eine Amazone wie Wonder Woman gewartet zu haben! Gleich in ihrem ersten Heft, in All-Star Comics Nr. 8, wurde ihre Hintergrundgeschichte aufgerollt. Danach folgte 1942 eine ganze Wonder-Woman-Reihe, in der Diana den Nazijäger Trevor immer wieder aus der Gefahr rettet, obwohl dieser der Meinung ist, seine zarte Begleiterin beschützen zu müssen. In den 60er Jahren erfanden die Comicautoren einen Sidekick für Wonder Woman: die aus einem magischen Amazonenritual hervorgegangene Donna Troy. Diana selbst erlernte in jenen Tagen fernöstlichen Nahkampf von einem blinden Meister und avancierte zu einer Art Abenteurerin.

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Auch die 70er Jahre brachten neue Metamorphosen für Wonder Woman mit sich, von der trendigen Agentin bis zurück zur unnahbaren, heldenhaften Amazone. In dieser Zeit entstand auch die kultige TV-Serie »Wonder Woman« mit Lynda Carter in der Hauptrolle, die von 1975 bis 1979 über die amerikanischen Bildschirme flackerte. In den 80ern schreiben die Comicautoren sogar Dianas Geschichte um und löschten die Liebesgeschichte zwischen Steve und Wonder Woman aus den Annalen. Die Story-Änderungen fanden danach noch längst kein Ende, das DC-Universum befand sich gemeinsam mit Diana im steten Wandel. In einer speziellen Comicserie, die im Herbst 2013 startete, lesen wir gar von einer innigen Liebesromanze zwischen Superman und Wonder Woman.

Die Neuauflage der TV-Serie fiel 2011 ins Wasser, der zweite Anlauf mit dem Titel »Amazon« pausiert aktuell aufgrund von Drehbuchproblemen. Im Jahr 2009 gelang allerdings die Erstellung eines recht ansprechenden Zeichentrickfilms mit dem Titel »Wonder Woman«, auf den nun endlich der besagte Kinofilm folgt. Gal Gadot durfte in »Batman v Superman« bereits ihre neue Rolle ausprobieren, nun wird es richtig ernst!

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